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GUTACHTEN

Für die Erstellung von Gutachten werden verschiedene Arten berücksichtigt, wie:

Gerichtsgutachten

Obergutachten

Behördengutachten

Privatgutachten

Versicherungsgutachten

Schiedsgutachten

Die Unterscheidung besteht in dem Auftragsgegenstand und dem Auftraggeber.
Das gemeinsame Ziel aller Gutachten ist die prüfbare Erledigung der Aufgabe und deren zugehöriger Fragestellung in schriftlicher Form.

Der gerichtliche Sachverständige, wird im gerichtlichen oder staatsanwaltlichen Auftrag tätig. Gerichte beauftragen vornehmend qualifizierte Gutachter. Bei Gerichtgutachten ist der Sachverständige strikt an den Beweisbeschluss gebunden.

Die gerichtliche oder staatsanwaltschaftliche Bestellung entfällt automatisch mit der Erledigung des einzelnen Gutachterauftrages.

Obergutachten sind eine Sonderform des Gerichtsgutachtens. Liegen bereits mehrere noch nicht überzeugende Gerichtsgutachten vor, so hat der Obergutachter eine möglichst abschliessende Stellungnahme abzugeben.

Die Behörden sind verpflichtet, von Amts wegen den entscheidungserheblichen Sachverhalt zu ermitteln und Sachverständige zu vernehmen oder schriftliche Äusserungen von Sachverständigen einzuholen.

Nach rechtlicher vertraglicher Grundlage im Auftrag seines Auftraggebers.

Die Ausführung privater Sachverständigentätigkeit unterscheidet sich von der Tätigkeit für Gerichte und Behörden fallweise durch den Inhalt.

Besondere Unterscheidungen werden durch die unterschiedlichen Rechtsgrundlagen, die unterschiedliche Ausgestaltung der Rechtsverhältnisse mit entsprechenden rechtlichen Konsequenzen und die unterschiedlichen Zweckbestimmungen festgesetzt.

Privatgutachten sind kein Beweismittel, es sei denn beide Parteien stimmen dem zu. Privatgutachten gelten vielmehr als Parteivortrag.

Andererseits ist ein von der Partei vorgelegtes Privatgutachten ein qualifizierter Parteivortrag, der vom Gericht entsprechend beachtet, zur Kenntnis genommen, ernsthaft erwogen und in die Entscheidungsfindung einbezogen werden muss.

Hierbei handelt es sich um eine Form des Privatgutachtens.

Versicherungsgutachten werden bei Sach- und Haftpflichtschäden sowohl von der Versicherung oder von Versicherten/Geschädigten zur Ermittlung einer Schadensursache und Schadenshöhe herangezogen.

Begutachtung und Plausibilitätsprüfung von Einbruchs-, Sach- und Haftpflichtschäden, Schadensfeststellung, Schadensbewertung, Schadensdokumentation, Schadenshergangsanalysen, Zeit- und Restwertermittlung.

Bei einer Leistungspflicht des Versicherers können vom Sachverständigen Fragen bezüglich der fachgerechten Schadensbeseitigung und der hierfür anfallenden Kosten sowie des möglichen Minderwertes beantwortet werden.

Weiterhin kann die Veranlassung der Schadensbeseitigung und deren Überwachung beauftragt werden.
Es können auch Gegengutachten durch den Versicherungsnehmer in Auftrag gegeben werden. Diese sollen mögliche Ansprüche gegen die Versicherungsgesellschaft oder unterschiedliche Ansichten über die Schadenhöhe fachlich darlegen.

Im Falle der Notwendigkeit eines solchen Gutachtens müssen die Versicherungsgesellschaften in der Regel auch die Kosten des Gutachtens tragen.

Die Streitschlichtung durch Schiedsgutachten gehört zum privaten Bereich der Sachverständigentätigkeit und beruht auf einen Vertrag zwischen den streitenden Parteien.

Das Schiedsgutachten soll beide Parteien überzeugen, eine Meinungsverschiedenheit zwischen Ihnen über bestimmte Umstände oder Tatsachen nicht nur zu entscheiden, sondern beizulegen.

Das Aktenstudium ist zur Vorbereitung des Gutachtens notwendig, um den bisherigen Prozessablauf beurteilen zu können.

Zum Aktenstudium gehört in Vorbereitung auf den Ortstermin unter Berücksichtigung der Gerichtsakte auch das Studium entsprechender Fachliteratur, SIA-Normen, Veröffentlichungen etc., um während des Ortstermins alle relevanten Beurteilungskriterien erfassen zu können.

Der Sachverständige setzt den Ortstermin mit einer ausreichenden Frist fest und lädt die Prozessparteien und deren Rechtsanwälte zur Ortsbesichtigung.

Benötigt der Sachverständige von den Prozessparteien Unterlagen, die für den Ortstermin und auch für die spätere Ausarbeitung des Gutachtens relevant sind, kann er das Gericht bitten, diese anzufordern.

Wenn die Parteien ordnungsgemäß zum Ortstermin geladen worden sind, kann der Ortstermin durchgeführt werden, selbst wenn eine der Parteien nicht erscheint. Dieser Umstand sollte jedoch aus rechtlichen Gründen im Gutachten deutlich vermerkt werden.

Wird dem Sachverständigen die Ortsbesichtigung verwehrt, hat er dem Gericht von der Verhinderung Mitteilung zu machen. Verläuft der Ortstermin nicht sachlich, d. h. kommt es zu Wortgefechten oder Handgreiflichkeiten zwischen den Parteien, hat der Sachverständige das Recht, den Ortstermin abzubrechen und ggf. alleine zu wiederholen, falls dies möglich ist.

Die Unparteilichkeit und Unabhängigkeit bei der Erstattung von Gutachten ist ein relevanter Punkt bei der zur Auswahl eines Sachverständigen, der in der Öffentlichkeit durch seine Zertifizierung auch eine besondere Vertrauenswürdigkeit beweist.

Die Unparteilichkeit bei der Gutachtenerstattung ist eine Hauptpflicht des Sachverständigen gerade auch bei der Erstattung von Gerichtsgutachten.

Der Sachverständige hat diese Aufgaben gewissenhaft zu erfüllen und die von ihm angeforderten Gutachten unparteiisch nach bestem Wissen und Gewissen zu erstatten.

Seine Gutachten sollen für alle Beteiligten, die mit seinem Gutachten in einem Prozess befasst sind, den Sachverhalt objektiv und nachvollziehbar darstellen. Ein Gutachten ist absolut unabhängig von den Interessen des Auftraggebers zu erstatten.

Der Sachverständige darf Mängel, die er an einem von ihm begutachteten Objekt festgestellt hat, nicht selbst beheben.

Der Sachverständige hat die Gutachten ordnungsgemäß zu erstatten. Voraussetzung dafür ist, dass er die neuesten wissenschaftlichen und technischen Erkenntnisse auf seinem Fachgebiet kennt und berücksichtigt. Ggf. hat er, wenn erforderlich, technische Vorrichtungen oder Messinstrumente etc. einzusetzen. Für jedes Gutachten ist die eindeutige Festlegung des Auftrages für den Sachverständigen wichtig. Relevant dafür sind beim Gerichtsauftrag die Formulierungen im Beweisschluss.

Der Sachverständige darf Hilfskräfte beschäftigen. Dies ist allerdings nur zur Vorbereitung des Gutachtens erlaubt und auch nur, wenn gewährleistet ist, dass er ihre Mitarbeit ordnungsgemäß überwachen kann.